Synagoge Lengnau: Das neue jüdische Selbstbewusstsein

Stolz, gut ersichtlich am Dorfplatz, mit einer Fassade, die beeindruckt: Die Synagoge in Lengnau verkörpert das wachsende Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinschaft und gilt bis heute als Meilenstein jüdischer Architektur. Als die Synagoge 1847 eröffnet wurde, zählte die Gemeinde Lengnau bereits 500 Jüdinnen und Juden. 

Eine Geschichte aus Stein

Entworfen wurde das Gebäude vom jungen Zürcher Architekten Ferdinand Stadler, der später als Kirchenbauer bekannt wurde. So liess er die Kirche im neoromanischen Stil errichten. Auffällig ist der hoch aufragende Rundbogen, der den Eingang und das mittige Fenster verbindet. Darüber thront eine Uhr – eine Besonderheit für eine Synagoge.

Der Blick ins Innere

Der Innenraum beeindruckt durch drei von schlanken Holzstützen getragenen Schiffen und umlaufenden Emporen, auf denen die Frauen beteten. Die Wände schmücken kunstvolle Ornamente, geschaffen von Künstlern aus Norddeutschland.

Historisches Farbenspiel

Im Lauf der Jahre wurde die Synagoge mehrfach restauriert: Die Fassade 1983 bis 1984, das Innere 1995 bis 1997, und zuletzt nochmals die Aussenhülle im Jahr 2022. Dabei wurde immer darauf geachtet, das Ursprüngliche möglichst beizubehalten. Heute zeigt sich das Haus wieder in sanftem Beige mit hellen, weissen Akzenten – gemäss Fotos die ursprüngliche Farbgebung. Seit 1963 steht die Synagoge unter kantonalem Denkmalschutz.

Synagoge Lengnau
Innenansicht mit Leuten
Synagoge Lengnau aussen
Nachtaufnahme Aussenansicht