Schulhaus Endingen: Blick aufs Wesentliche

Mit dem stetigen Wachstum der jüdischen Bevölkerung in Endingen um 1850  wurde es eng in den Schulräumen. So baute der bekannte Badener Architekt Caspar Joseph Jeuch zwischen 1854 und 1855 ein neues jüdisches Schulhaus. Bis heute trägt es die Handschrift dieser Zeit.

Schule mit Ausblick

Ein architektonisches Statement: Obwohl etwas abseits gebaut, richtet sich die Fassade des Schulhauses direkt auf den Ortskern. Ein bewusster Entscheid des verantwortlichen Architekten, um die Verbindung der jüdischen Gemeinde mit dem Dorf zu stärken und das Schulhaus als festen Bestandteil des Dorfbildes zu verankern.

Mehr Raum, mehr Unterricht

1895 hob der Kanton das Gesetz auf, das die Schulen nach Konfession trennte. Was ein Jahr später zu einem örtlichen Zusammenschluss der christlichen und jüdischen Schule führte. Das Schulhaus Endingen ging deshalb in den Besitz der Einwohnergemeinde über. Als Endingen 1938 zur Bezirksschule wurde, erweiterte die Gemeinde das Gebäude. Der aus Ennetbaden stammende Architekt Eugen Schneider nahm eine Aufstockung vor und fügte eine Turnhalle hinzu.

Fenster mit Geschichte

Wer heute durch das Gebäude geht, entdeckt sie noch: die fein gegliederten Originalfenster von Caspar Joseph Jeuch. Im Hochparterre und ersten Stock verlaufen sie in einem eleganten Spitzbogen nach oben – ein schönes Relikt des ursprünglichen Stils.

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