Synagoge Endingen: Eine Synagoge, die im Hinterhof Geschichte schreibt

1850 zählte die jüdische Gemeinde Endingen rund 1000 Mitglieder und war damit grösser als die christliche Bevölkerung im Ort. Trotzdem lag die zwischen 1850 und 1852 neu gebaute Synagoge versteckt in einer ruhigen Hinterhofgasse. Dort stand schon die erste, 1764 erbaute Synagoge. 1986 sowie 1997 bis 1998 wurde die Synagoge restauriert. Seit 1963 steht sie unter Denkmalschutz. 

Wurzeln im Orient

Wer vor der Synagoge steht, erkennt die Handschrift des Badener Architekten Caspar Joseph Jeuch: eine schlichte, klassizistische Fassade – durchbrochen von markanten Hufeisenbogenfenstern, die an die orientalischen Wurzeln des Judentums erinnern. Die Malererkunst im Innern – ein Werk des Dekorationsmaler Heinrich Wettsteins – ergänzt die orientalisch geprägten Architekturelemente.

Taktgebend

Wie ihre Schwester in Lengnau, trägt auch die Synagoge in Endingen eine Uhr, was selten ist bei Synagogen. Aber da es keine Kirche im Dorf gab, übernahm das jüdische Gebäude die Aufgabe, den Bewohnerinnen und Bewohnern den Takt des Dorflebens vorzuzeigen.

Raumordnung mit Bedeutung

Ein besonderes Merkmal der Synagoge ist die umlaufende Empore, die geschickt in die Architektur eingebettet ist. Auf drei Seiten umlaufend, mit einem filigranen Brüstungsgitter abgeschlossen, war sie früher Frauen und Kindern vorbehalten. Während die Männer im unteren Bereich beteten, verfolgten die Frauen den Gottesdienst von oben.

Innenansicht mit Leuten
Frontal Eingang mit Leuten Querformat
Innenansicht mit Licht II
Innenansicht mit Leuten